Vom internationalen Filmbusiness zur Königs Academy

Als elfjähriger Junge hielt Marko König 1980 zum ersten Mal ein „Guinness-Buch der Rekorde“ in der Hand und sein erster Impuls war: „Da möchte ich auch mal rein.“ Zwölf Jahre später, am 5. November 1992, raste er mit 194 Stundenkilometern über den Hockenheimring – auf dem Dach eines Porsche 911 liegend. Die waghalsige Fahrt ohne Netz und doppelten Boden machte ihn auf einen Schlag berühmt und brachte ihn tatsächlich ins begehrte „Guinness-Buch‘.

Er will seinen eigenen Weltrekord brechen

Inzwischen ist König 30 Jahre älter geworden, doch die verrückten Ideen gehen dem international bekannten Stuntman und Motivationstrainer noch lange nicht aus. „Im nächsten Sommer möchte ich diesen Rekord brechen“, sagt er. Die Vorbereitungen kamen durch Corona zwar ins Stocken, doch eine Testfahrt auf einer Rennbahn im Elsass zeigte vor einigen Wochen eindeutig: Er kann es immer noch.

Sein Fahrer Miklas Hirche beschleunigte den Sportwagen mit dem 325 PS starken Motor auf 200 km/h. Als Rekord gilt das aber noch nicht, da es nur eine Testfahrt war. „Ich möchte mit der Aktion Spenden für krebskranke Kinder in der Kinderklinik Karlsruhe sammeln. Deshalb suche ich jetzt Sponsoren, die bereit sind, mich bei der Aktion zu unterstützen“.

Zwar sei er körperlich nicht mehr so fit wie mit 23 Jahren, dafür aber mental stärker als damals, sagt König, der gemeinsam mit seiner Frau Liliana Dubau-König unter anderem Kurse zum Thema „Besiege deine Höhenangst“ leitet. Geheiratet haben die beiden vor vier Jahren standesgemäß: Ihre Trauringe tauschten sie in 250 Metern Höhe in einem Korb, der an einem Helikopter hing.

Angefangen hat die atemberaubende Karriere von Marko König, in deren Verlauf er auch in Hollywood-Filmen mitwirkte, Anfang der 90er Jahre. „Als die Filmakademie Baden-Württemberg 1991 in Ludwigsburg gegründet wurde, war ich von Anfang an dabei*, erzählt König. „Ich glaube, ich war damals der einzige Stuntman in Baden-Württemberg“. Immer wieder wurde er als Stunt-Koordinator in Filmen eingesetzt, einer davon wurde in Karlsruhe gedreht: In „Buffalo Soldiers“ (deutsch: „Army go home“) arbeitete er mit dem späteren Oscar-Gewinner Joaquin Phoenix zusammen. „Der war total normal und trank abends sein Feierabendbier im Kap in der Kapellenstraße“, erinnert sich König. Oft stand der Karlsruher als Bösewicht auch selbst vor der Kamera. „In einer Schimanski-Folge spielte ich einen Auftragskiller und sollte Christoph Waltz umbringen. Schimanski kam mir aber zuvor und erledigte mich.“ Bösewicht-Rollen fand er immer extrem spannend. „Und ich musste mich eigentlich nie verstellen“, lacht er.

König erzählt gerne aus seinem spannenden Leben und man hört ihm gerne dabei zu. Er hat viel erreicht – alles aus eigener Kraft. »Den Traum, einmal zum Film zu gehen, hatte ich schon als Kind. Damals schlich ich mich nachts ins Wohnzimmer und schaute mir alte Hollywoodfilme an.“

Inzwischen ist der sympathische Tausendsassa als „Experte für den menschlichen Grenzbereich“ mehr mit seiner Coaching-Akademie als mit Stunts für Hollywoodstars beschäftigt. Wobei sich die Jobs gar nicht mal so sehr unterscheiden: „Ich möchte Menschen in ihrer mentalen Stärke so festigen, dass sie die Kraft haben, alle Aufgaben zu meistern.“ Das gilt für Schauspieler und Unternehmer gleichermaßen. Er ist gut ausgelastet, hat eine „,70- bis 80-Stunden-Woche“. Und was tut er, wenn er mal relaxen möchte? „Dann lege ich mich in die Badewanne, höre Musik von Frank Sinatra und singe manchmal sogar mit.“ Wolfgang Weber

Quelle: Badische Neueste nachrichten / BNN